Was ist gemeint mit
Scheinlösungen
und Greenwashing?

Was meint Scheinlösungen und Greenwashing?

Als Scheinlösungen werden Maßnahmen bezeichnet, welche vorgeben Probleme zu lösen, es in Wirklichkeit aber nicht tun – es also nur scheinbar tun.  Greenwashing funktioniert ähnlich. Hierbei geht es darum, Maßnahmen oder auch Konzernen, die eigentlich klima- oder umweltschädlich sind, ein grünes Image zu geben. Greenwashing unterscheidet sich von Scheinlösungen darin, dass es absichtlich, also intentional, etwas vortäuscht.

Welche Maßnahmen fallen unter Scheinlösungen?

Dafür gibt es keine  allgemeingültige Definition. Bei Scheinlösungen, kann es durchaus sein, dass diejenigen, die sie fordern, wirklich an ihre Effektivität glauben.

Zum Beispiel würden wir einige technische Lösungen als Scheinlösungen ablehnen. So ist z.B. die Idee des Carbon-Storage, also das Entziehen und Speichern von CO2 aus der Atmosphäre eine technische Antwort auf die Klimakrise, die in vielen Berechnungen und Prognosen mit berücksichtigt wird. Praktisch gibt es diese Technologie aber nicht. Zumindest nicht in einer Form, die ihren (massenhaften) Einsatz wirklich ermöglichen würde.

Doch die Versprechung der heilbringenden technischen Lösung steht im Raum und legitimiert Klimapläne die real nicht annähernd ausreichen, um die Klimakrise einzudämmen. Schlimmer noch, sie lenkt von wirklichen Lösungen ab, immer mit dem Verweis auf angeblich bald existierende technische Lösungen.

Sicher gibt es Menschen, die uns in diesen Punkten widersprechen würden und wir sind uns zum Teil selber nicht einig, wie allgemeingültig unsere Annahmen sind. Deshalb glauben wir, dass es unglaublich wichtig ist, anzufangen darüber zu diskutieren, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind und möchten euch einladen und auffordern das, ganz im Geiste des Projekts Klimaplan von unten, zu tun: auf der Arbeit, mit der Familie, Freund*innen und natürlich auch gerne mit uns.

Um eine solche Diskussion anzustoßen begründen wir im Folgenden unsere Haltung zu Maßnahmen, die der Marktlogik folgen.

Da Marktwirtschaft auf Konkurrenz, und damit dem Zwang immer mehr zu wachsen und immer billiger zu produzieren, beruht, werden Marktmechanismen immer die Ausbeutung von Natur und Menschen befeuern. Um nicht vom Markt verdrängt zu werden, sind Unternehmen gezwungen, Gewinne zu erzielen und Teile dieser wieder zu investieren, um bei Modernisierung, Vermarktung oder in anderen Bereichen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Da die Einhaltung von Umwelt- bzw. Klimastandards und Menschenrechten immer mit Mehrkosten im Vergleich zur Verletzung dieser verbunden ist, werden Konzerne in einer Marktwirtschaft immer versuchen, diese zu umgehen. Versuche, neue Marktmechanismen zu etablieren, führen maximal zu Verlagerungseffekten von Schäden oder ihrem Ignorieren, wenn es sich finanziell lohnt.

Aus diesen Gründen halten wir Maßnahmen für Scheinlösungen, die sich auf das etablieren neuer Marktmechanismen konzentrieren und nicht deren Einschränkung oder ein völliges Umdenken dieser.

Auch Staaten sind diesem Konkurrenzdruck ausgesetzt, da sie sich auf internationaler Ebene als Wirtschaftsstandort gegen andere Staaten durchsetzen müssen. Dadurch sind gerade von wirtschaftlich starken Staaten mit hohen Emissionen staatliche Regulierungen in den Bereichen Arbeits-, Umwelt- und Klimaschutz mittelfristig nicht zu erwarten, welche aber dringend notwendig sind, um die Klimakrise noch eindämmen zu können. Die Regulierungen würden den Konzernen an dem Standort Nachteile in der internationalen Konkurrenz bescheren und sie würden abwandern oder von Konzernen anderer Standorte verdrängt werden. Es würde dem Saat also einen Nachteil in der Standortkonkurrenz verschaffen.

 

Dieser Text entstand aus der Diskussion darüber, ob wir in unseren Grundsätzen ganz generell festhalten wollen, dass wir keine Maßnahmen zulassen, die Marktmechanismen aufbauen, statt sie abzubauen. Denn von den Menschen der Kampagnen-Organisation gibt es viele, die in Maßnahmen, die der sogenannten Marktlogik folgen, Scheinlösungen sehen.

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